Pressemitteilung

Eine „Sternstunde“ für viele

Mehr als nur Mauerwerk: „Unipor Coriso“-Ziegel für den guten Zweck gespendet

Im Zentrum von Landshut erweckte der örtliche Caritasverband ein Abriss-Grundstück mit einem neuen Mutter-Kind-Haus zum Leben. Die Baukosten wurden dabei unter anderem durch zahlreiche Spenden übernommen: Im Rahmen der Aktion „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks kam allein knapp eine halbe Million Euro zusammen. Mehr im Stillen agierten die Ziegelwerke Leipfinger-Bader (Vatersdorf). Eine umfassende Materialspende ermöglichte den kompromisslos wohngesunden Aufbau der Außenwände. So entstanden Ein- und Zwei-Zimmerappartements, in denen junge Mütter und Väter für eine begrenzte Zeit Unterkunft finden können. Auch ein Kindergarten gehört zum Gebäudekomplex: 75 Betreuungsplätze sind im unteren Geschoss des Neubaus untergebracht.

Das Gelände ist großzügig und mit leichter Hanglage: Es bietet einen wunderbaren Blick auf die Burg Trausnitz, die St. Martin Basilika sowie die Sankt Jodok Kirche in der Freyung. Was von außen einheitlich als Ganzes wahrgenommen wird, sind genauer betrachtet zwei aufeinander gestellte Gebäudekomplexe. Das Untergeschoss beherbergt den neuen Kindergarten. Aufgesetzt ist diesem eine 50 Zentimeter starke Betondecke: keine akustisch überdimensionierte Schallschutzdecke, sondern Grundplatte für das viergeschossige Mutter-Kind-Haus. Sie ermöglicht dank ihrer hohen Lastverteilung eine nahezu frei wählbare Lastabtragung der aufgesetzten Obergeschosse – also eine sehr variable Grundrissgestaltung. Im Mutter-Kind-Haus ist die Verwaltung mit Gesprächsräumen, Büros und Kinderbetreuungsbereich auf der ersten Ebene platziert. In den oberen Geschossen liegen Ein- und Zwei-Zimmerappartements, die jeweils mit Küche und Badezimmer sowie einem eigenen Balkon ausgestattet sind. Statt eines Kellers befindet sich auf jeder Wohnetage neben dem Treppenhaus ein großer Abstellraum für Kinderwägen und Fahrräder. Die unterschiedliche Nutzung der beiden Gebäudekomplexe findet auch im Erschließungskonzept ihre Entsprechung: Der Kindergarten wird komplett über die Marienstraße erschlossen, das aufgesetzte Mutter-Kind-Haus betritt man über einen separaten Eingang an der Schönbrunner Straße.

Ein stimmiges Konzept

Mit einem Mutter-Kind-Haus steht der Architekt vor der Aufgabe, ein stimmiges Konzept zu finden zwischen wohnlicher Privatsphäre sowie klaren Strukturen und Formen. Ein wenig gewöhnen muss man sich schon an die etwas nüchterne, sehr architektonische Ausgestaltung. Aber letztlich sind es exakt solche minimalisierten Strukturen, die den Bewohnern des Hauses helfen, die Konzentration auf sich selbst zu richten und sich nicht in kleinteiliger Privatsphäre zu verlieren. In einem Mutter-Kind-Haus müssen andere Prioritäten als beispielsweise in einem Studentenwohnheim gesetzt werden, und doch wurden die kleinen Details nicht aus den Augen verloren: Eine Uhr in der Gemeinschaftsküche, die ähnlich einer Bahnhofsuhr zentral an der Wand hängt, fungiert etwa auch als Taktgeber für den nächsten Termin.

Dies alles wird im darunterliegenden Kindergarten entspannter. Der direkte Zugang zum Garten, raumhohe Außenverglasungen, Sichtverbindungen im Inneren sowie ein – der Kindergröße angepasster – Ausbau lockern zusammen mit einem fein abgestimmten Farbkonzept alles spürbar auf. In dem T-förmig angelegten Grundriss sind alle Räume und Bereiche für die Betreuung von drei Kindergartengruppen untergebracht – etwa eine große Ankleide und eine große Küche inklusive Speisesaals sowie die Sanitäranlagen. Auch für eine Bastel- und Malecke sowie einen weitläufigen Turnbereich bietet der Neubau genug Platz. Die Verwaltung des Kindergartens mit Büro und Mitarbeiter-Aufenthaltsraum sowie die separate Küche liegen kompakt und mittig im Grundriss. Die kindgerechte Einrichtung ist zudem komplett barrierefrei gestaltet, einschließlich des sogenannten „mud-room“, einer Schmutzschleuse, in der die Kinder nach dem Spielen im Garten groben Dreck und Schlamm draußen lassen.

Für jede Anwendung den optimalen Baustoff

Das Mutter-Kind-Haus wurde statisch so konzipiert, dass über nichttragende Trennwände in Trockenbauweise jederzeit mit geringem Aufwand Anpassungen der Grundrisse vorgenommen werden können. Gleichzeitig wird so die statische Belastung der Decke über dem Kindergarten reduziert. Der in Stahlbeton gegossene Treppenhauskern wird von zwei Stützenreihen ergänzt, die wirtschaftliche Spannweiten der Zwischendecken ermöglichen.

Nur dort, wo brandschutztechnisch erforderlich, erfolgte auch die Ausführung der Außenfassade in Stahlbeton. Ansonsten plante das Architekturbüro Leinhäupl und Neuber eine massive Ziegelbauweise. Dass es sogar mehr als konventionelles Mauerwerk wurde, verdanken Bauherr und Architekt unter anderem dem couragierten Auftreten der Initiatorin des Mutter-Kind-Hauses. Sie begeisterte Thomas Bader, Inhaber der nahegelegenen Ziegelwerke Leipfinger-Bader, für das Projekt, sodass er sich sofort bereit erklärte, helfend zur Seite zu stehen. „Wir unterstützen den Bau des Mutter-Kind-Hauses, weil es ein außergewöhnlich wichtiges Projekt für die gesamte Region ist“, so Bader. „Außerdem ist hier gesellschaftliches Engagement gefragt, weil es für diese Einrichtung keine staatliche Förderung gibt.“ Mehr als Ziegelbauweise wurde es auch deshalb, weil Leipfinger-Bader mit dem „Unipor WS08 Coriso“ einen High-Tech-Mauerziegel zur Verfügung stellte. In Zeiten der Klimadiskussionen und ökologischen Verantwortungsübernahme liegt dieser speziell für den Mehrgeschossbau konzipierte Mauerziegel mit seiner mineralischen Dämmstofffüllung im Trend. Und dies zu Recht, denn unter anderem dank seiner optimierten Eigenschaften hinsichtlich des Wärmeschutzes erlaubt der „Hochleistungsziegel“ eine spürbare Energieeinsparung über lange Standzeiten hinweg.

Die kostenfreie Lieferung der Coriso-Ziegel war also eine in der Öffentlichkeit kaum bemerkte interne „Sternstunde“ für Bauherr und Architekten. Beide sind gleichermaßen überzeugt von der Langlebigkeit, also Wirtschaftlichkeit des Ziegels. Zudem steht bei einem Kindergarten wohngesundes Bauen ganz besonders im Fokus der Planung. Neben dem Naturwerkstoff Lehm sorgt vor allen Dingen die hohe Diffusionsoffenheit sowie Fähigkeit der Feuchteadaption der Mauerziegel für ein angenehmes, gesundes Raumklima. Die integrierte Wärmedämmung aus natürlichem, mineralischem Füllstoff in Kombination mit der speziell entwickelten Ziegelstruktur bietet zudem herausragende Werte im Schall- und Wärmeschutz. Ergänzt wurde das gesponserte Gesamtpaket durch hochwärmegedämmte Rollladenkästen in Ziegelbauweise.

Mehr als erhofft

In einer Bauzeit von gut zwei Jahren entstand so ein hochwertiger Neubau mit einer Netto-Nutzfläche von 3.800 Quadratmetern. Über eine hochwärmegedämmte Außenfassade in monolithischer Ziegelbauweise sowie den Anschluss an eine Wärmefernheizung wurden energetisch hohe Standards gesetzt. Die Möglichkeit mit einer Photovoltaik-Anlage aufzurüsten bietet hierbei weiteres energetisches Potential. Insgesamt wurden 7,4 Millionen Euro verbaut, ein Betrag, der Großteils über Spenden finanziert wurde. Dies sendet gleichzeitig die wichtige Botschaft: Es gibt nach wie vor viele Privatpersonen und Firmen, die durch ein hohes persönliches Engagement soziale Projekte tatkräftig unterstützen. Dies geschieht nicht ausschließlich im Rampenlicht der „Sternstunde“.

Autor: Dipl.-Ing. Peter Gahr

Bautafel
Objektadresse: 84028 Landshut, Schönbrunner Straße
Bauherr: Caritasverband Landshut e.V.
Planung: Architekturbüro Leinhäupl und Neuber GmbH, Nahensteig 188 d, 84028 Landshut
Außenwandbaustoff: Unipor WS08 Coriso
Ziegelsponsor: Ziegelwerke Leipfinger-Bader, 84172 Vatersdorf, Mitglied der Unipor-Gruppe
Grundstücksfläche: 2.241 Quadratmeter
Nutzfläche gesamt: 3.800 Quadratmeter
Wärmeversorgung: Fernwärmeanschluss
Dämmwert Außenwand (U-Wert): 0,16 W/m2K
Bauzeit: April 2017 bis Mai 2019
Baukosten: circa 7,4 Millionen Euro