Ob Mauerwerk, Fertigteile oder Ortbeton: Der Bundesverband Leichtbeton (Neuwied) will sich künftig als zentraler Ansprechpartner für alle Fragen rund um den Baustoff Leichtbeton positionieren. Bewerkstelligen soll das die neue Doppelspitze des Verbandes, bestehend aus den Geschäftsführern Ahmad Iravani (44) und Thomas Kranzler (50). Die beiden promovierten Ingenieure wollen dabei die Stärken des umweltfreundlichen Baustoffes stärker in den Fokus der Fachöffentlichkeit rücken. Erste Akzente setzt hier die Gründung des „AK Betontechnologie“, welcher sich Ende Februar in Neuwied konstituierte. Der Arbeitskreis befasst sich mit aktuellen technischen und normativen Fragen – von der Herstellung, über Zuschlagstoffe bis hin zum Recycling – und wird daher als wichtiger Grundstein der Neuausrichtung angesehen.
Der Bundesverband Leichtbeton e.V. mit Sitz in Neuwied (Rheinland-Pfalz) ist ein Zusammenschluss von größtenteils mittelständisch geprägten Unternehmen der Bims- und Leichtbetonindustrie. Ursprünglich gegründet im Jahr 1931 als “Verband Rheinischer Bimsbaustoffwerke” trägt er seinen aktuellen Namen seit 2006. Wesentliches Ziel des Bundesverbandes Leichtbeton ist es, durch nachhaltige Förderung auf den Gebieten Forschung und Entwicklung, Normung, Öffentlichkeitsarbeit und Politik, die Stärken und Vorteile des umweltfreundlichen Baustoffes und seiner regionalen Hersteller klar in der Öffentlichkeit zu positionieren.
Bekannte Gesichter, neue Aufgaben
Dafür Verantwortung trägt seit Sommer 2025 mit Dr.-Ing. Ahmad Iravani und Dr.-Ing. Thomas Kranzler eine neue Doppelspitze im Verband. Ahmad Iravani hat Maschinenbau im Iran sowie Bauingenieurswesen in Wuppertal studiert und ist nach mehreren beruflichen Stationen im In- und Ausland seit 2022 für den Bundesverband Leichtbeton tätig – zunächst als Leiter Technik und Normung und ab Juli 2023 als Mitglied der Geschäftsführung. Im Markt gilt Iravani als fundierter Kenner der Materie. Unterstützt wird er seit dem 1. August 2025 durch den erfahrenen Branchenexperten Thomas Kranzler, der von der Syspro-Gruppe (Bonn) zum Bundesverband stieß. Vor seiner Tätigkeit als Syspro-Geschäftsführer war Kranzler bereits als technischer Geschäftsführer des Bundesverbandes Leichtbeton (2018-2020) sowie als Leiter Normung und Anwendungstechnik im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie (Bonn) tätig. Kranzler hat in Darmstadt Bauingenieurswesen studiert und hatte von 2012 bis 2022 einen Lehrauftrag an der RWTH Aachen.
Das gut harmonierende Führungsduo hat die Anfangsmonate dazu genutzt, in Abstimmung mit Präsidium und Mitgliedern eine ehrgeizige Neuausrichtung des Verbandes einzuleiten: „Wir wollen künftig für Fachleute und Bauherren der zentrale Ansprechpartner bei allen Fragen zum Baustoff Leichtbeton sein – unabhängig davon ob es sich um Mauerwerk, Beton-Fertigteile oder Ortbeton handelt“, erklärt Thomas Kranzler. Die bisher überwiegend auf haufwerksporigen Leichtbeton (LAC) ausgerichtete Verbands- und Normungsarbeit soll daher künftig wieder stärker auf gefügedichten Leichtbeton (LC) als auch Infraleichtbeton (ILC) gelenkt werden. „Zu diesem Zweck werden wir uns als Bundesverband auch intensiver in die relevanten Normungs- und Regelwerksgremien auf nationaler und europäischer Ebene einbringen“, kündigt Ahmad Iravani an. Dies gelte insbesondere in den Bereichen Beton- und Betontechnologie, Bemessung und Konstruktion als auch für angrenzende Regelwerke mit Relevanz für LC-Betone und Zuschläge. Ziel sei es, die spezifischen Potenziale aller Leichtbetone sachgerecht einzubringen und die Interessen der Mitgliedsunternehmen und ihrer Fachkunden wirksam zu vertreten.
Ein Arbeitskreis, der vieles weiß
Ein wichtiger Bestandteil der Neuausrichtung des Verbandes ist die Gründung des „Arbeitskreises Betontechnologie“, der sich am 23. Februar am Verbandssitz in Neuwied offiziell konstituierte. Die dort tätigen Experten beschäftigen sich künftig mit einer Reihe marktrelevanter Themen. Dazu zählen unter anderem:
- Leichtzuschläge und deren Eigenschaften
- Bindemittel und Zusatzstoffe
- Mischungsentwurf und Wasser-Zement-Werte
- Dauerhaftigkeit und Instandhaltung
- Recycling und Sekundärrohstoffe
Bei der konstituierenden Sitzung wurden die Grundlagen für die Zusammenarbeit festgelegt sowie Themenfelder diskutiert und Aufgaben verteilt. „Der AK Betontechnologie spielt bei der Neuausrichtung des Bundesverbandes eine wichtige inhaltliche Rolle. Wir freuen uns daher, dass seine Gründung auf breites Mitgliederinteresse stieß“, so Thomas Kranzler. Neben der Gremienarbeit kündigt er zudem an, Leichtbeton auch wieder stärker durch öffentliche Auftritte bei Fachzielgruppen zu verankern. Zusätzlich zur traditionellen Präsenz auf den Ulmer Betontagen ist dabei auch ein Leichtbeton-Symposium für Architekten und Fachplaner geplant, welches in naher Zukunft angekündigt werden soll. „Erstmals seit Jahren spüren wir wieder eine neue Energie im Markt. Es sind daher einige Vorhaben geplant. Und wir werden darüber direkt informieren, wenn es spruchreif ist“, verspricht Kranzler.
Nähere Informationen zum Bundesverband Leichtbeton und seinen Aktivitäten sind auf der Webseite www.leichtbeton.de abrufbar oder können per E-Mail (info@leichtbeton.de) oder Telefon (0 26 31 - 22 22 7) angefragt werden.

