Zwischen Fassade, Fenster und Sonnenschutz treffen allerhand Gewerke aufeinander. Um hier Planung und Umsetzung künftig spürbar zu erleichtern, entwickelte die Maxit-Gruppe (Azendorf) nun mit den Partnern Folgner (Bad Aibling) und Somfy (Cluses, Frankreich) eine intelligente Lösung: Die ab sofort verfügbare „Sonnenschutzzarge“ ist ein im Werk vorgefertigtes Fassadenelement, welches mehrere Arbeitsschritte vereint. Es besteht aus einer bereits gedämmten Zarge sowie einem integrierten und mit smarter Technik versehenen Sonnenschutz. Dabei fertigt Maxit jede Sonnenschutzzarge passgenau, sodass Verarbeiter sie auf der Baustelle nur noch auf das entsprechende Systemfenster aufstecken müssen. Das spart nicht nur wertvolle Zeit, sondern minimiert auch die Gefahr von Wärmebrücken und Ausführungsfehlern – sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen.
Im Bereich der Gebäudehülle gilt der Anschluss zwischen Fassade und Fenstern häufig als potenzielle Schwachstelle: Ein hoher planerischer Aufwand und die Gefahr von entstehenden Wärmebrücken führen nicht selten zu Problemen oder sogar Bauschäden. Dabei kommt der perfekten Ausführung einer energetisch optimierten Gebäudehülle gerade angesichts der gesteckten Klimaziele eine große Bedeutung zu. Um hier sowohl planende Architekten als auch ausführende Fachleute zu entlasten, entwickelte Dämmstoff-Hersteller Maxit (Azendorf) gemeinsam mit den Sicht- und Sonnenschutz-Experten der Firma Folgner (Bad Aibling) und dem Weltmarktführer für Automatisierungslösungen Somfy (Cluses, Frankreich) ein neuartiges Produkt: die Sonnenschutzzarge. Ziel der Kooperation war es, die gängigen Schnittstellenprobleme zwischen den zuständigen Gewerken beim Fensteranschluss zu lösen sowie eine konstant hohe Qualität auf der Baustelle und in der Nutzungsphase sicherzustellen.
Fassadenanschluss leicht gemacht
„Die Entwicklungsarbeit zur Sonnenschutzzarge begann 2024. Nun ist das Produkt marktreif und überzeugte bereits auf der diesjährigen Fensterbau Frontale in Nürnberg das Fachpublikum vor Ort“, erklärt Jan Henrichs, Projektleiter bei Maxit. Es handelt sich dabei um ein montagefertiges System, bestehend aus einer von Maxit gefertigten WDVS-Fensterumfassung, die als technisches Bindeglied zwischen Fenster, Fassade und Sonnenschutz fungiert. Sie verfügt über integrierte Anschlüsse, die innenseitig die Abdichtung zum Fensterrahmen und außenseitig den einfachen Anschluss – beispielsweise an das verputze WDV-System – sicherstellen. Das Bauelement ist werkseitig für die einfache Aufnahme verschiedener Sonnenschutzlösungen des Projektpartners Folgner vorbereitet: So lassen sich zum Beispiel Zip-Screens, Raffstoren oder Rollläden einfach in einen passend dimensionierten Schacht einstecken und befestigen. Die Kabeldurchführung sowie die optionale Stromversorgung über ein kleines PV-Modul sind ebenso vorbereitet wie die wärmebrückenfreie Hinterdämmung der Sonnenschutzpakete und die Einlage einer passgenau anschließenden Fensterbank am Fußpunkt der Sonnenschutzzarge. Das System enthält bereits die entsprechende Somfy-Steuerung und – dank der Möglichkeit zum Anschluss solarbetriebener Motoren – können sogar weiterführende Elektroarbeiten im Inneren der Gebäude entfallen.
Konstruktiv gesehen ist die Sonnenschutzzarge ein „fertiges Stück Fassade“ rund um das Fenster. Das Bauelement wird also schon mit allen Putzkanten, Gewebelaschen und einer anstrichfertigen Leibung geliefert. Entsprechend sind Fenster, WDVS-Zarge und Sonnenschutz zwar innerhalb des Systems und für die spezielle Baustelle exakt aufeinander abgestimmt, werden aber konstruktiv klar getrennt. Das löst ein bisher bestehendes Dilemma der Fassadenbauer: „Viele Fenster und Sonnenschutzkonstruktionen sind für den Einbau in WDVS ungeeignet. Dennoch werden sie seit Jahrzehnten unverändert verbaut. Maler und Stuckateure stehen dann vor dem Problem, dass sie durch ihre Leistungen diese Vorarbeiten baurechtlich abnehmen“, so Henrichs. „Ein ewiger Konflikt, an den man sich an der Baustelle fast schon gewöhnt hatte. Mit der Sonnenschutzzarge wird dieses Problem endlich gelöst.“
Schritt für Schritt
Als Dämmstoff-Hersteller kann Maxit das Thema außenliegender Sonnenschutz schon frühzeitig in den Planungsprozess einbringen und Architekten dazu bereits in der Entwurfsphase des Gebäudes beraten. Nach Festlegung von Design und Ausführung – die Zarge ist mit verschiedenen Dämmstoffen (EPS, Mineralwolle, Holzfaser), Fensterbank-Elementen und Sonnenschutz-Vorbereitungen erhältlich – braucht es dann nur noch die genauen Fenstermaße und schon beginnt die werkseitige Fertigung. Die Maße für Fensterbänke sowie einzusetzende Sonnenschutzmodule leiten sich davon ab. Entsprechend bietet die neue Sonnenschutzzarge eine vollständig abgestimmte Systemlösung rund um die Fensteröffnung – inklusive geklärter Anschlussdetails und mit nur einem einzigen Aufmaß.
Durch die werkseitige Fertigung der Systemteile lassen sich zudem Verarbeitungsfehler minimieren und die Montagezeit verkürzen – das spart Zeit und somit Geld auf der Baustelle. Auf dieser erfolgt dann zunächst die Montage des Systemfensters. Anschließend kann die Sonnenschutzzarge einfach aufgesteckt und die restlichen Fassadenarbeiten fertiggestellt werden. Die Tragkonstruktion der Zarge ist selbst wärmedämmend, die Verbindung zum Fenster damit wärmebrückenfrei. Schritt drei ist schließlich der Einbau des entsprechenden Sonnenschutzmoduls – dank der bereits werkseitig in der Zarge integrierten Technik handelt es sich hierbei nur noch um ein einfaches „Plug and Play“. So wurde der weiterhin vorherrschende Fachkräftemangel auf der Baustelle von den Entwicklern bereits mitgedacht.
An die Zukunft gedacht
Auch das zunehmend wichtige Thema Ressourcenschonung fand bei der Entwicklung der Sonnenschutzzarge die nötige Beachtung: Durch die verschnittoptimierte Fertigung der Sonnenschutzzarge entsteht nicht nur weniger Abfall, auch der Aluminiumanteil wird deutlich reduziert. Alle Sonnenschutzkomponenten lassen sich zudem bei Bedarf einfach zurückbauen und wiederverwenden. Doch nicht nur hier wurde das Morgen bereits mitgedacht: „Angesichts des Klimawandels und der drohenden Überhitzung in Wohnhäusern ist die Sonnenschutzzarge ein besonders zukunftsorientiertes Produkt: Der integrierte Sonnenschutz sorgt auf Wunsch für automatische Beschattung in heißen Sommern und senkt somit den Kühlbedarf. Das tut der Umwelt gut und steigert den Innenraumkomfort für die Bewohner“, so Henrichs.
Für weitere Informationen zur neuen Sonnenschutzzarge ist ab sofort auch eine eigene Microsite erreichbar unter www.sonnenschutzzarge.de.



